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Stefan Betz

Faszination Luchs

Ich kann mich noch richtig gut erinnern. Gerade frisch nach Karlsruhe gezogen und mit dem Fotovirus durch den Sport schon infiziert, hatte ich mir mein erstes langes Tele gekauft. Damit bewaffnet fuhr ich das erste Mal in den Wildpark Pforzheim, um mal fröhlich los zu knipsen. Damals bin ich gar nicht weit im Wildpark rumgekommen. Gleich in einem der ersten Gehege traf ich auf eine Luchsmama mit Nachwuchs, so dass ich fasziniert stehen blieb und den ganzen Tag dort verbrachte. Die Bilder habe ich immer noch, auch wenn die nicht präsentierbar sind.

Die Faszination ist geblieben. Der Luchs ist für mich der heimliche Prinz des Waldes. Unzählige Stunden habe ich nunmehr vor diesem Luchsgehege verbracht und einiges beobachten dürfen.

Mittlerweile habe ich bis auf eine, alle Lebensphasen des Luchses beobachten und fotografieren können - von der Zeugung, über die Aufzucht bis zur Trauer. Durch die tolle Unterstützung von Carsten Schwarz und seinem Wildparkteam bin ich immer wieder an tolle Aufnahmen gekommen und war im wahrsten Sinne des Wortes oft ganz nah dran.

Der Luchs kehrt langsam zurück in unsere Wälder, was mich sehr freut. Leider gibt es immer noch viele Ängste vor diesem wilden Tier und oft ist es die Unkenntnis die dies hervorruft. Oft schon stand ich am Gehege und durfte darauf hinweisen, dass der vermeintliche Luchs die Wildkatze sei und der „richtige“ Luchs auf der anderen Seite zu sehen ist.

Es ist ein Tier, das bei den meisten Menschen aus dem Gedächtnis verschwunden ist. Zeigt man ihnen jedoch Aufnahmen oder können sie es selber beobachten, wächst auch bei ihnen die Faszination.

Mit meinen Aufnahmen unterstütze ich u.a. die Luchsinitiative Baden-Württemberg - auf das der Luchs irgendwann wieder richtig heimisch wird. Auf diese Rückkehr freue ich mich, hoffe aber, dass er dies von Fotografen unentdeckt und in Ruhe tun kann.

Stefan Betz (GDT)

   
   
   

© Stefan Betz