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Stefan Betz

Ganz nah ran

Für viele naturbegeisterte Fotografen ist die Makrofotografie eines der schönsten Felder in diesem Genre. Unzählige Motive sind direkt vor der Haustüre, oft sogar im eigenen Garten zu finden.

Mich persönlich reizt die Makrofotografie auch immer wieder. Oft fotografiere ich Details auf Steinen oder Rinden, im Herbst Pilze oder bin auf der Suche nach Insekten im Sommer nur im Gras liegend aufzufinden.

Ausgerüstet mit den klassischen Makrobrennweiten 100mm und 180mm, hatte ich oft das Gefühl mir fehlt da noch etwas. Mit etwas Glück auf einer bekannten Auktionsplattform konnte ich ein Canon MP-E 65mm Lupenobjektiv inkl. Zangenblitz erwerben.

Ab da galt das Motto "Ganz nah ran". Das Arbeiten mit dem Lupenobjektiv lässt einen noch einmal tiefer in die Welt dieser kleinen Lebewesen eintauchen. Gleichzeitig fordert es einen aber auch noch präziser zu arbeiten. Jeder kleinste Wackler ist im Bild sofort zu sehen.

Die Schärfentiefe ist oft hauchdünn und bei Verwendung der größtmöglichen Blende von 2.8 fast nicht kalkulierbar. Viele nutzen hier das Fokusstacking - was ich aber seltener einsetze. Ich bin mit dem MP-E eher ein Freihandfotograf, mit etwas Übung und Körperspannung geht das erstaunlich gut.

Der Abbildungsmaßstab beginnt bei diesem Objektiv bei 1:1 und endet bei einer Vergrößerung von 5:1. Die Canon Konverter sind kompatibel, so dass man theoretisch bis zu einer Vergrößerung von 10:1 kommen kann - dann ist es im Sucher aber extrem dunkel. Die Arbeit damit macht viel Spaß, produziert aber auch ordentlich Ausschuss. Dennoch, wer die Chance hat und an der Makrofotografie interessiert ist, dem kann ich es nur ans Herzen legen. Es ist immer wieder erstaunlich, was man damit alles entdecken kann - auch wenn das eine oder andere Motiv mit einem Standard-Makro-Objektiv genauso abbildbar gewesen wäre.

Die Bilder zeigen eine Auswahl aus der Welt der kleinen Krabbler.

Stefan Betz (GDT)

   
   
   

© Stefan Betz