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Joachim Wimmer

Heuschrecken

Obwohl sonnenhungrig, führen Heuschrecken eher ein Schattendasein. Ob es an Ihrer vermeintlich mangelnden optischen Attraktivität liegt, oder aber an Ihrer (fotografenunfreundlichen) Aktivität auch schon am frühen Morgen, sei dahin gestellt. Fakt ist jedenfalls, dass sich die kleinen Hüpfer nur selten im Fokus von Naturfotografen befinden. Ich selbst habe mich dieser Artengruppe im Rahmen meiner Diplomarbeit gewidmet und hege seither große Sympathien für sie. Einige Arten stelle ich im Folgenden vor:

Die Männchen der Sibirischen Keulenschrecke, einer typischen Gebirgs-Art, sind aufgrund ihrer blasigen Vorderbeine unverwechselbar. Der Artname rührt allerdings von den keulenförmig erweiterten Fühlern her, die auch den Weibchen zueigen sind. Die Larve der Ödlandschrecke wird sich später entweder zu einer rot- oder blauflügeligen - den  beiden existierenden Arten - entwickeln. Gefleckte Schnarrschrecke und Kiesbankgrashüpfer sind beides Raritäten in Deutschland und Charakterarten naturnaher alpiner Flussauen. Beide konnte ich an der oberen Isar im gleichen Biotop finden und fotografieren. Die Steppen-Sattelschrecke ist wohl die gewichtigste unter den heimischen Heuschrecken. Das von hier aus nächstgelegene Vorkommen befindet sich am Bollenberg im Elsass. Stimmungsvolle Aufnahmen lassen sich mit Heuschrecken eher selten realisieren. Manchmal, wie im Beispiel mit dem Grünen Heupferd, klappt es aber doch. Den farbenfreudigen und stummelflügeligen Alpinen Gebirgsschrecken (hier bei der Paarung) kann man sowohl im Schwarzwald als auch in den Vogesen begegnen. Ihrem Namen gemäß trifft man die Italienische Schönschrecke hingegen eher im Mittelmeerraum an. In der Oberrheinebene kann man sie aber an trockenheißen und lückig bewachsenen Biotopen ebenfalls regelmäßig finden. Die Große Höckerschrecke dürfte wegen ihrer Farbigkeit die „schöne Helena“ unter den Heuschrecken sein. Im Aosta-Tal traf ich den Gebirgsgrashüpfer sehr häufig an, in Deutschland kommt er exklusiv nur im Schwarzwald vor.

Sibirische Keulenschrecke Ödlandschrecke (Larve)
Gefleckte Schnarrschrecke Kiesbankgrashüpfer
Steppen-Sattelschrecke Grünes Heupferd
Alpine Gebirgsschrecke Italienische Schönschrecke
Große Höckerschrecke Gebirgsgrashüpfer
© Joachim Wimmer