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Bertram Lütke & Uwe Schwenk (Gast der RG 8)

Rothirschbrunft am Darss

Im Herbst 2012 fotografierte ich eine Woche lang die Kraniche am Günzer See, nordwestlich von Stralsund (siehe Portfolio 02/2013). Mein Fotofreund Uwe Schwenk (Mitglied der GDT-RG8) verbrachte zu dieser Zeit eine Urlaubswoche in Prerow. Der touristisch stark frequentierte Badeort liegt zwischen dem Darsswald und Zingst. Wir verabredeten uns für einen Fototag bei den Rothirschen im Darsswald. Dieser Tag war wunderschön und wir beschlossen, in naher Zukunft eine Fototour ausschließlich zur Hirschbrunft zu unternehmen. Die Gegebenheiten vor Ort bieten viele Möglichkeiten, die Rothirsche in freier Wildbahn zu fotografieren. Und dazu noch in einer Dünenlandschaft vor der Ostsee. Man stelle sich einen Rothirsch vor, der im Abendlicht auf einer Düne steht und röhrt. Und im Hintergrund das Meer - Gänsehaut!

Und so machten wir uns in der letzten Septemberwoche auf den Weg. Wer die Örtlichkeiten kennt weiß, dass man von Prerow ca. 4,5km Distanz überbrücken muss, bis man zum Dünengebiet kommt. Hier ist nämlich Nationalpark und an der Schranke des Campingplatzes in Prerow ist Schluß mit Auto fahren. Also läuft man entweder, mit dem schweren Fotogepäck ist das nicht sehr angenehm. Oder man fährt mit dem Fahrrad. Nach der Erfahrung aus 2012 haben wir uns für das Fahrrad entschieden. Da wir den ganzen Tag draussen bleiben wollten, mussten wir natürlich auch an Verpflegung denken. Aber wie sollten wir das alles transportieren? Natürlich, ein Fahrradanhänger musste her. Uwe hat diese Kombination während eines einwöchigen Aufenthalts auf Hiddensee getestet und für gut befunden.

Im Nachhinein war diese Art des Ausrüstungstransportes ideal. Und so haben wir jeden Morgen den Anhänger mit Verpflegung und Fotoausrüstung beladen und sind ganz entspannt zu den Hirschen gefahren. Vom Fahrradparkplatz vor der "Kernzone" mussten wir dann allerdings noch gut 30 min laufen. Insgesamt waren wir also ca. 50min unterwegs. Das bedeutet natürlich, jeden Morgen um kurz vor 5 Uhr aufzustehen, um noch vor Sonnenaufgang vor Ort zu sein. Das ist nach einer Woche dann auch recht anstrengend!

Um es vorweg zu nehmen: den röhrenden Hirsch auf der Düne konnten wir nicht fotografieren. Das Wetter spielte dieses Jahr nicht so mit und so hatten wir insgesamt nur 2 sonnige Tage. Kampfszenen konnten wir nur eine beobachten, obwohl der Zeitpunkt nach Aussage eines Rangers optimal war. Diese war allerdings weit draußen in den Dünen. Trotzdem konnten wir das Verhalten der Tiere gut beobachten. Z. B. wie die Hirsche sich gegenseitig das Kahlwild abjagten und versuchten, ihren Harem zu vergrößern. Am Ende hatten dann die 3 Platzhirsche jeweils ca. 8 weibliche Stücke im sich herum versammelt. Im Gebiet waren insgesamt ca. 8 Hirsche. Von denen sahen wir permanent drei. Die anderen konnte man hören.

Die Rothirsche am Darss sind bei Naturfotografen und Naturbeobachtern recht bekannt. Insofern trifft man neben den Urlaubern recht viele Gleichgesinnte. Allerdings nahm die Anzahl der Besucher erst zum Ende des Monats stark zu. Vermutlich gehen viele auch zu den Kranichen, die ab Anfang Oktober gut zu sehen sind. Die nehmen dann die Hirschbrunft noch mit. Das waren dann letztendlich so viele, dass wir am letzten Samstag in Richtung des sog. "Nothafens" geflüchtet sind. Am Vortag haben wir dort einen Seeadler beobachtet und wir wollten versuchen, diesen zu fotografieren. Als besonderes Highlight hat das auch geklappt. Außerdem konnten wir auch eine Trauerseeschwalbe fotografieren. Für uns ein versöhnlicher Abschluß der Fotowoche.

Insgesamt war das eine tolle Tour mit dem Luxus, den ganzen Tag draußen sein zu können!

Eine kleine Anekdote: zur Zeit als Horst Helwig noch RG-Leiter war, wurden die Tagungen der RG13 immer von einzelnen GDT-Vorstandsmitgliedern besucht. Horst meinte seinerzeit, dass die RG13 die am besten kontrollierte Regionalgruppe der GDT sei. Diese Kontrollen wurden jetzt delegiert und weitergeführt: unser RG-Leiter Joachim tauchte nämlich in der Mitte der Woche auf und tat so, als ob er zum Fotografieren dort sei! Das wissen wir aber natürlich besser ... :-).

Bertram Lütke

   
   
   
   
   
   
© Bertram Lütke & Uwe Schwenk