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Bertram Lütke

Der Zug der Kraniche

6:25 Uhr, ich schalte die Stirnlampe aus und schiebe leise die Klappe der Fotoluke beiseite. Draußen fängt es eben an zu dämmern. Plötzlich halte ich inne: da, ganz hinten auf der Fläche, stehen die ersten 3 Kraniche! Die Müdigkeit ist vergessen und ich bin sofort hellwach und aufgeregt. Sie sind tatsächlich schon da. Schnell sind die ersten Bilder auf der Speicherkarte. Natürlich sind diese Bilder nur für den Papierkorb, da es noch viel zu dunkel ist. Aber die Drang und die Freude waren einfach zu groß.
Vor etwa 15 Minuten habe ich mich in stockdunkler Nacht mit einer Stirnlampe auf dem Kopf zu meiner Ansitzhütte begeben und Quartier bezogen. Das bedeutet: den Stuhl aufstellen, die Tasche mit Verpflegung verstauen, die Gummistiefel gegen warme Schuhe tauschen, das Stativ samt Kamera aufbauen und alle weiteren, nötigen Zubehörteile griffbereit zu platzieren. Bevor ich in der Hütte verschwand habe ich noch den Eimer Mais, den mir das Kranichzentrum zur Verfügung gestellt hat, auf beiden Seiten der Hütte im Abstand von 6-8m verteilt.

So oder so ähnlich erleben viele Naturfotografen den Beginn eines aufregenden Fototages in einer Ansitzhütte des "Kranich Zentrums Groß Mohrdorf" am Günzer See. Nordwestlich von Stralsund und südöstlich des Zingst am unteren Rand des "Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft" gelegen, bietet sich uns Fotografen und naturbegeisterten Kranichfans im Frühjahr und Herbst ein Schauspiel besonderer Güte: der Zug der Kraniche. Für mich eines der beeindruckendsten Naturerlebnisse der letzten Jahre. Ich kann nur jedem Naturinteressierten empfehlen, sich dieses Schauspiel (mindestens) einmal anzusehen.

   
Morgendlicher Einflug

Morgendlicher Einflug bei Vollmond

   

Morgenhimmel

Typischer Familienverband

   

Sonnenaufgang

Alt- und Jungvogel

   

Kranichfamilie

Altvogelpaar

   

Abendlicher Einflug zum Schlafplatz im Bodden

Herbstwetter

© Bertram Lütke