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Andreas Geh
Birkhahnbalz in Südschweden

Die Birkhahnbalz ist eine besondere Erfahrung, die allerdings auch ihren Aufwand hat. Früher war das Birkwild in ganz Europa weit verbreitet und in allen Moorlandschaften bzw. offenen Heidelandschaften zu finden. Heute ist es nur noch in entlegenen Gebieten Deutschlands selten anzutreffen. In Skandinavien, besonders Schweden findet man das Wild noch besser. Die Balzplätze der Birkhähne sind oft über Jahrhunderte am selben Ort, meist im Zentrum eines Moores (Bild 1). Wer dieses Schauspiel von März bis April erleben und fotografieren will muss wissen, wo. Eine gute Möglichkeit bietet ein Gebiet in der Nähe von Trollhättan in Südschweden, zu dem unter der Führung von Jürgen Lukas Zugang besteht. Die Tarnansitze sind nachts um 3:30 Uhr mit einem ca. 30 min. Fussmarsch durchs Moor erreichbar. Ab ca. 4:30 Uhr erscheinen meistens 8-12 Birkhähne (Bild 2), die jeweils paarweise (Bild 3) bis ca. 8:00 Uhr ein sehr imposantes Balzverhalten zeigen. Scheinkämpfe und seltsame Laute sind spannend zu beobachten. Flugszenen sind selten und schwierig zu fotografieren (Bild 4). Die Hähne lassen sich am Boden aber gut fotografieren (Bild 5) und kommen teilweise bis an die Naheinstellgrenze heran (Bild 6). Direkt nach Sonnenaufgang im warmen Morgenlicht gibt es auch mal Glückstreffer (Bild 7) wenn man wie ich 6 Tage, jeden morgen um 3:00 Uhr aufsteht...

Alles dreht sich um die Mädels ;-) bei den Hähnen und ich hatte das Glück am letzten Tag noch bei fast völliger Dunkelheit eine Henne zu sehen (die meist gegen Ende der Balzzeit auf den Plätzen erscheint) Mir gelang ein einziges brauchbares Bild dieser überaus scheuen Dame mit 1/80s, f4 und ISO 2500. (Bild 8)

 Wer die Möglichkeit hat, solch ein Balzfest mitzuerleben, sollte es tun. Für mich war es eine tolle Naturerfahrung, an die ich immer wieder gerne denke.

   

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 6

Bild 7

Bild 8

© Andreas Geh